Yoga-Konzept

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YOGA

Das Wort YOGA geht auf die indogermanische Wurzel ‚yui‘ zurück. ‚Yui‘ bedeutet zusamenführen- aber auch zusamenbinden. Aus dem Sanskrit übersetzt bedeutet Yoga soviel wie ‚unter Kontrolle bringen‘. und steht im Yoga Kontext Beruhigen oder ‚Zusammenbinden‘ der Gedanken bzw. des Geistes.
In der indischen Kulturgeschichte lassen sich für YOGA drei verschiedene Bedeutungsfelder unterscheiden:
1. YOGA als Oberbegriff für eine Reihe praktischer Übungs- und Heiltechniken.
2. YOGA als Name für eines der sechs klassischen Systeme indischen Denkens, die unter dem Begriff ‚Darshana‘ (Sanskrit= die Sicht, die Schau)
zusammengefasst werden.
3. YOGA als allgemeiner Ausdruck für Fertigkeit, Fähigkeit, Technik und Vereinigung.

Yoga kommt aus Indien und taucht erstmalig in der Periode des Vedismus (ca. 1500-900 v.Chr.) auf. Der Vedismus bildet zusammen mit dem Brahmanismus (ca. 900-300 v.Chr.) und dem Hinduismus (ca. ab 300 v.Chr.) die drei Hauptphasen indischer Religionsgeschichte. Während in der vedischen Periode Yoga eher am Rande der ofiziellen Gesellschaft anzutreffen ist, kann man im Brahmanismus vom Siegeszug des Yoga sprechen. So etablierte sich Yoga neben den konservativen Ritualwegen als praktischer Heilsweg, der die Einheit von äußerer und innerer Welt praktizierte. Yoga als Mittel zur Beherrschung der Sinne und Gedanken in Einheit mit dem physischen Körper wurde somit erkannt.
      
Das Yoga-Konzept
    
Yogaübungen verfolgen heute zumeist einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Geist und Seele in Einklang bringen soll. Heute wird häufig in den westlichen Ländern Yoga in Unterrichtseinheiten vermittelt. Eine solche kombiniert Asanas, Phasen der Tiefenentspannung, Atemübungen sowie Meditationsübungen. Die Ausübung der Asanas soll das Zusammenspiel von Körper, Geist, Seele durch einen kontrollierten Atem, dem Prana, und Konzentration verbessern. Angestrebt wird eine verbesserte Vitalität und gleichzeitig eine Haltung der inneren Gelassenheit.

In der ursprünglichen Yogalehre ist Yoga ein Weg der Selbstvervollkommnung. Der spirituelle Hintergrund des Yoga unterscheidet sich bei verschiedenen Schulen erheblich. Er entspringt verschiedenen Wurzeln im asiatischen Raum, und die Lehrmeinungen waren einer geschichtlichen Entwicklung unterworfen. Daher gibt es sehr unterschiedliche Sichtweisen über den Sinn von Yoga und unterschiedliche Herangehensweisen.

Nach einer traditionellen Auffassung, die vorwissenschaftliche und spirituelle Elemente vereinigt, soll Yoga durch die Kombination von Körperhaltungen, Bewegungsabläufen, inneren Konzentrationspunkten, Atemführung sowie dem Gebrauch von Mantras (Meditationsworten oder Klangsilben) und Mudras (Körperhaltungen in Verbindung mit Handgesten/„Fingeryoga“) die Lebensenergie stimulieren, so dass sie beginnt, durch die Energiekanäle (Nadi) innerhalb der feinstofflichen Wirbelsäule zu den Chakren (Energiezentren) aufzusteigen.

Moderner Yoga
  
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich ein nicht an eine einzelne Schule gebundener Typus von Yoga herausgebildet. Im „modernen Yoga“ liegt der Schwerpunkt in der Praxis des Yoga, die eher meditativ oder eher körperbezogen sein kann. Unter Hinweis auf die positiven Auswirkungen der Übungspraxis betrachtet man Yoga als individuelle Bereicherung oder als Beitrag zur persönlichen Entwicklung, weitgehend unabhängig von religiösen oder weltanschaulicher Überzeugungen des Schülers.
   
Die körperlich orientierte Übungspraxis, der moderne Hatha Yoga, kam laut Dr. Christian Fuchs erst in den 1920er und 1930er auf. Es werden wenig Verhaltensvorschriften aufgestellt, die Regeln sind für die Schüler eher Empfehlungen ohne verpflichtenden Charakter. Yoga wird nicht als philosophisches System gelehrt, stattdessen gibt es eine Tendenz zu einer empirischen Herangehensweise. Methoden zur Reinigung werden im Hinblick auf gesundheitsfördernde Wirkungen bewertet. Im Zusammenhang mit der Betonung des Trainingseffektes von Yoga auf Körper und Geist wird gelegentlich an Auffassungen der Psychsomatik angeknüpft